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Baum des Jahres 2015
Damit steht im Jahr 2015 eine zierliche
Baumart als Baum des Jahres im Mittelpunkt,
die oft übersehen oder vergessen wird: der
Feld-Ahorn (Acer campestre) oder Maßholder.
Für forstliche Nutzungen reichen die
Stammstärken oft nicht aus. Das Holz ist
zudem den beiden „großen Brüdern“ Spitz- und
Berg-Ahorn recht ähnlich, so dass es nicht
unterschieden wird. Klein, mehrstämmig,
unauffällig: es wird Zeit, dass diese eher
seltene „Nebenbaumart“ mehr beachtet wird.:
Wenn man dem Feld-Ahorn „im Feld“ in einer
Hecke oder einem Knick begegnet, könnte man
auf den Gedanken kommen, dass das überhaupt
kein Baum ist.Die Knospen sind klein und
unscheinbar. Auffälliger sind schon die
Korkleisten, die die junge Rinde bildet. Der
ältere Baum bildet eine Schuppenborke. Die
dicksten Feld-Ahorne können 70 cm, selten bis
1 m Stammdicke (entspr. 3 m Umfang in 1,3 m
Stammhöhe) erreichen, der dickste mir
persönlich bekannte ist 1,15 m dick (Umfang
3,60 m) und damit der 5.-stärkste Feld-Ahorn
der Republik – wow: eine „Neuentdeckung“
zwischen Meißen und Riesa, ein Baum an dem
ich schon 100-mal vorbeigegangen war, ihn
aber nie beachtet hatte, erst jetzt durch die
Baum des Jahres-Wahl des Feld-Ahorns. Das
Höchstalter des Feld-Ahorns erreicht 200
Jahre, ähnlich den großen Brüdern Spitz- und
Berg-Ahorn.
Die gegenständigen
Blätter sehen einfach nett aus (finde ich):
relativ klein, lang gestielt, schön gelappt
und die meist 5 Lappen abgerundet und am Rand
bewimpert (falls Sie eine Lupe zur Hand
haben). Die Blattstiele führen wie beim
Spitz-Ahorn Milchsaft – das sehen Sie an der
austretenden weißen Flüssigkeit, wenn Sie mit
dem Fingernagel den grünen Blattstiel
durchkneifen oder ihn vom Trieb abzupfen.
Die Herbstfärbung ist ein besonderes
Highlight dieser Baumart: zunächst sehr schön
(gold)gelb, selten sogar rot, und sie hält
lange an, bis weit in den November (s.
Titelbild), bevor die Blätter dann braun
werden. Sie werden schnell zersetzt, nämlich
im nächsten Frühjahr.
Die Blüten
erscheinen sehr unauffällig (hellgrün) mit
den gleichfarbigen Blättern Ende April bis
Anfang Mai, sie sind potenziell zwittrig,
funktionell aber nur eingeschlechtig, d.h.
eins der beiden Geschlechter ist in jeder
Blüte meist unterentwickelt und funktionslos.
Selten kann auch der ganze Baum rein männlich
oder weiblich sein.
Die sich
entwickelnden zahlreichen Früchte bilden die
ahorntypischen Doppel-
Flügelnüsschen, färben sich beim Reifen bald
intensiv rot – das sieht sooo schöööön aus,
mal unbedingt im Juni drauf achten! ist von
Baum zu Baum unterschiedlich ausgeprägt – und
sind im Herbst reif, viel später als die vom
Spitz-Ahorn. Ihre Flügel stehen sich
waagerecht in einer Linie gegenüber, im
Unterschied zu Spitz- und Berg-Ahorn, bei
denen sie einen Winkel bilden. Viele Früchte
bleiben bis über den nächsten Winter hängen,
sie werden vom Wind bis 50 m um den
Mutterbaum verbreitet, bei Sturm auch weiter.
Die Keimung kann erst im übernächsten
Frühjahr erfolgen, da zunächst ein Jahr lang
die eingebaute Keimhemmung abgebaut werden
muss.
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