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Staude des Jahres 2015
Staudengärtner haben diese vielfältige
Gattung zur Staude des Jahres 2015 gekürt.
Vielseitig in Gestalt und
Standortansprüchen
Jede Segge ist
für sich ein kleines Kunstwerk. Die
dreireihig angeordneten schmalen bis
breiteren Blätter wachsen elegant bogig
überneigend. Sie bilden dichte Horste, dank
derer sie als Einzelpflanze im Topf ebenso
attraktiv aussehen wie am Beetrand oder
mitten in der Rabatte. Und das, obwohl die
Zwerge unter den Seggen gerade einmal 5-10 cm
hoch werden, etwa die Haarstielige Segge
(Carex capillaris). Selbst die gerne als
„Riesen-Segge“ bezeichnete Hänge-Segge (Carex
pendula), die mit ihren bis zu 120 cm hohen
Blütenständen als eine der größten Carex-
Arten gilt, ist im Gräserreich
größentechnisch eher Mittelmaß. Dafür bietet
die Gattung eine unglaubliche Palette an
Grüntönen in allen nur erdenklichen
Abstufungen. „Neben Gelbgrün und sattem
Dunkelgrün bis hin zu Blau- und Graugrün gibt
es auch rötliche Varianten, etwa die Sonne
liebende Fuchsrote Segge, Carex buchananii.
Am beliebtesten sind jedoch die
dekorativ gestreiften Sorten. Die Weißbunte
Zwerg-Segge (Carex conica ‘Snowline’) und die
Japan-Gold-Segge (Carex oshimensis
‘Evergold’) punkten mit ihrem auffälligen
Farbenspiel und sind,
wie viele Seggen, immergrün. Wie alle
gestreiften und immergrünen Sorten bevorzugen
sie einen Standort im lichten Schatten von
Gehölzen.
Fast alle hierzulande
erhältlichen Arten und Sorten zeichnen sich
durch eine gute Forsthärte aus. Es findet
sich für nahezu jeden Platz eine Art, die
dort exzellent wächst. Die meisten
Seggen
bevorzugen zwar frischen Boden, also ein
gutes Mittelmaß an Feuchtigkeit, aber es gibt
auch Arten für die Extreme: Der zart
anmutenden Winkel-Segge (Carex remota) etwa
machen nasse Füße gar nichts aus, im
Gegenteil. In der Sumpfzone am Teichrand
fühlt sich die 30 cm hohe Blattschönheit
pudelwohl. Die Sand- oder Nähmaschinen-Segge
(Carex arenaria) hingegen liebt trockene,
durchlässige Standorte und durchzieht diese
mit ihren Rhizomen in lang gestreckten
Bändern, die einer Nähmaschinennaht ähneln.
Kontraste bestimmen die
Partnerwahl
Im Garten und in
Grünanlagen haben Seggen vor allem deshalb
viele Fans, weil zahlreiche Arten und Sorten
selbst im tiefsten Schatten von Bäumen und
Gehölzen noch gedeihen. Für
Flächenpflanzungen kommen ausläuferbildende
Exemplare wie die weißgestreifte Japan-Segge
‘Icedance’ (Carex morrowii ssp.
foliosissima‘Icedance‘) infrage. Die meisten
Arten setzen jedoch – mit etwas Abstand
einzeln oder in losen Gruppen gepflanzt – mit
ihrer klar strukturierten Form sowohl in
puristisch gestalteten als auch in naturnahen
Pflanzungen Akzente. Seggen sind wie
Tangotänzer: damit ihre schöne Gestalt
und ihre eleganten Bewegungen optimal zur
Geltung kommen, sollte man ihnen ein wenig
Freiraum gönnen.
Als Partner
empfehlen sich Frühblüher wie Schneestolz
(Chionodoxa) oder Hasenglöckchen
(Hyacinthoides hispanica) sowie niedrige
Bodendecker, wie die Haselwurz (Asarum
europaeum), die mit ihren rundlichen
immergrünen und glänzenden Blättern einen
reizvollen Gegensatz zu den filigranen Halmen
bildet. Auch Waldmeister (Gallium odoratum),
das schwachwüchsige Weiße Immergrün (Vinca
minor ‘Alba’ oder ‘Gertrud Jekyll’) oder
flachwachsende Elfenblumen (Epimedium –
Staude des Jahres 2014) bilden einen dichten
Blätterteppich, über dem sich die
fontänenartige Gestalt der Seggen gut abhebt.
Auch mit Funkien (Hosta) oder den in vielen
Farbvarianten erhältlichen Purpurglöckchen
(Heuchera) lassen sich reizvolle Kontraste
erzielen – auf dem Beet ebenso wie in
Pflanzgefäßen auf Balkon oder Terrasse.
Pflegetipps
Seggen (Carex)
sind ausgesprochen robust und langlebig. Wer
eine zum Standort passende Art gewählt hat,
muss sich um die Pflege keine größeren
Gedanken machen. Wo Seggen unter Gehölzen
wachsen, genügt es oft schon, das im Herbst
herabfallende Laub liegen zu lassen, sodass
es sich zu wertvollem Humus umwandeln kann.
Oder man verteilt im Frühjahr etwas Kompost
zwischen den Pflanzen. Ein Rückschnitt ist
oft nicht erforderlich: Wen die alten
Halme und Blätter stören, der kann sie
einfach ‘auskämmen’, indem er mit den Händen
wie mit einem Rechen hindurchfährt und die
Pflanze ausputzt. Weil die Blattränder
scharfkantig sein können, sollte man dabei
Handschuhe tragen.
Der vielleicht
wichtigste Pflegetipp betrifft die vielen
wintergrünen Arten, die selbst mit
glitzerndem Raureif überhaucht in Beet und
Balkonkasten die Stellung halten.
Insbesondere Seggen in Pflanzgefäßen sollten
an frostfreien Tagen von Zeit zu Zeit
gegossen werden.
Da sie ihre Blätter behalten, benötigen sie auch im
Winter ausreichend Feuchtigkeit. Braune
Blätter sind in der Regel nicht nur Kälte-
sondern vor allem Trockenschäden. Seggen
vertragen keinen Rindenmulch. Diese Art der
Bodenabdeckung lässt die Pflanzen an der
Erdoberfläche abfaulen. Stattdessen eignen
sich, je nach Standort und Gestaltungsstil,
Kies und Miscanthus-Häcksel (Chinaschilf).
Einfach selbst herstellen lässt sich
gehäckseltes Laub, das besonders unter
Gehölzen sehr natürlich wirkt und den Boden
gleichzeitig mit Humus anreichert. Das Laub
kann mit einem Rasenmäher auch
kleingehäckselt werden. |
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