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BW Obstsorte des Jahres
2018

Die selten gewordene Knausbirne ist ein würdiger Vertreter für die Streuobstsorte des Jahres 2018, trug sie doch im 19. Jahrhundert laut dem „Farbatlas Alte Obstsorten“ zum Aufschwung des Obstbaus in Württemberg bei.

Weitere Namen:
Frühe Weinbirne, Weinbergsbirne, Elsässer, Frühe Frankfurter, Röthelbirne, Fassfüller, Zenk- oder Zankbirne, Herbstgürtel.

Herkunft:
Nicht eindeutig geklärt. Löschnig vermutet eine württembergische Herkunft, da sie dort stark verbreitet war und auch heute noch vorkommt. In der Schweiz, als Frühe Weinbirne bezeichnet, soll sie im oberen Thurgau bereits seit 300 Jahren bekannt sein.

Baum:
Starker, aufrechter Wuchs, eichenähnliche Stämme, hochgebaute Krone. Sehr fruchtbar mit nur geringer Alternanzneigung. Die Sorte stellt sehr geringe Ansprüche an den Standort, soll aber laut Löschnig in der Jugendphase etwas anfällig für strenge Fröste sein. Die Blüte ist mittelspät, diploid und gut als Befruchter geeignet. Es besteht, insbesondere in feuchten Lagen, eine geringe Schorfanfälligkeit.

Frucht:
Die Frucht ist birnförmig und wird mittelgroß bis groß, häufig mit Schorfflecken überzogen, am Kelch abgerundet. Der Stiel ist mittellang und sitzt auf der Fruchtspitze oft etwas schief neben einem Höcker.
Glatte, leicht wachsige, gelbgrüne Schale, sonnenseits bei guter Belichtung kräftig rot, oft eher streifig mattrot. Kelch kurz, hartblättrig, offen und eher flach. Das Fruchtfleisch ist gelblichweiß, fein, saftig, schwach gewürzt mit herbsüßem Geschmack. Erreicht in guten Jahren hohe Oechslegehalte.

Pflückreife:
Mitte bis Ende September, die Frucht hält sich nur wenige Tage.

Verwendung:
Die Knausbirne ist besonders für Birnenschnitze geeignet, fand aber früher wohl auch Verwendung zur Obstweinbereitung, wie die Namen Frühe Weinbirne oder Fassfüller vermuten lassen. Sie ist zuckerreich mit wenig Gerbstoff, was die Mostbereitung eher einschränkt.
       
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