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Die Pflanzen des Monats Mai
Viele Pflanzen, von denen einige schon früher in
Bauerngärten wuchsen, verzaubern mit einem Duft,
den mancher am liebsten in einem Parfüm
einfangen möchte. Noch schöner ist es aber, den
Pflanzenduft im eigenen Garten zu erleben und
direkt an den Blüten zu schnuppern.
Kein Frühling ohne Flieder
Eine
der bekanntesten Duftpflanzen ist der Flieder
(Syringa vulgaris und Sorten), der beinahe schon
zum deutschen Kulturgut gehört und besonders in
ländlichen Gärten häufig zu sehen ist. Er ist
eine der typischsten und beliebtesten
Frühlingspflanzen. Im 19. Jahrhundert wurde
er sehr populär und vor allem in Frankreich, in
der Gärtnerei Lemoine in Nancy, entstanden viele
neue Sorten. Die großen Blütenrispen des
Flieders, der manchmal auch als Edel-Flieder
bezeichnet wird, verströmen einen intensiven
Duft. Von reinem Weiß über Rosa bis hin zu
dunklem Purpurrot reicht die Palette der
Blütenfarben. Der anspruchslose Flieder
eignet sich nicht nur für den Einzelstand, er
wird auch gerne für Blütenhecken verwendet. Als
Alternative zum mehrere Meter hoch werdenden
Edel-Flieder können in kleinen Gärten auch Arten
gepflanzt werden, die nur etwa einen Meter Höhe
erreichen, zum Beispiel der Zwerg-Duftflieder
(Syringa meyeri ‘Palibin‘).
Viel Duft
und Farbe auf kleiner Fläche
Duftende Kletterpflanzen sind eine gute
Lösung, wenn Platz knapp ist. Der Blauregen
(Wisteria) benötigt nur wenig Grundfläche und
kann viele Meter hoch werden. Er hat schöne
gefiederte Blätter und bildet bis zu 50
Zentimeter lange, duftende Blütentrauben, meist
in intensiven Blautönen. Es gibt auch Sorten,
die rosa oder weiß blühen. Anders als Efeu oder
Wilder Wein bildet der Blauregen keine
Haftorgane, sondern klettert in der Natur an
anderen Pflanzen in die Höhe. Er benötigt
darum im Garten eine besonders stabile
Kletterhilfe. Weil er sehr kräftig wächst, ist
er ideal, um Pergolen oder Laubengänge zu
umranken und so einen blühenden und duftenden
Baldachin bilden.
Duftgarten für den
Balkon
Neben dem Flieder gehört der
Lavendel(Lavandula angustifolia und Sorten) wohl
zu den bekanntesten Duftpflanzen. In der
Provence wird er großflächig zur
Parfümherstellung gepflanzt. Neben den
zahlreichen Lavendelsorten mit Blüten in schönen
Blau-und Violetttönen gibt es auch weiß- oder
rosablühende Sorten. Die Höhe dieser Pflanzen
variiert ebenfalls und so können zum Beispiel
interessante Kombinationen mit Sorten in
unterschiedlichen Höhen oder mit verschiedenen
Blütenfarben entstehen. Lavendel lässt sich
vielseitig verwenden, unter anderem als
kontrastreicher Begleiter von Rosen, als
niedrige Hecke oder zusammen mit Stauden.
Weil Lavendel relativ niedrig bleibt, ist
er die ideale Duftpflanze auch für sonnige
kleine Gärten. In ein Gefäß gepflanzt,
verschönert er den Balkon, die Terrasse oder den
Hauseingang.
Fernöstliche Blütenschönheiten
Auch manche Pfingstrose (Paeonia) duftet
angenehm. Am bekanntesten sind jene
Pfingstrosen, die als Stauden erhältlich sind,
doch es gibt auch Strauch-Pfingstrosen, zum
Beispiel Suffruticosa-Sorten. Diese Pflanzen
werden zumeist etwa einen bis zwei Meter hoch
und öffnen ihre großen, einfachen, halb oder
ganz gefüllten Blüten im Mai. Viele beeindrucken
sowohl mit schönen, seidig anmutenden
Blütenblättern als auch mit intensivem Duft. Das
Farbenspektrum umfasst vor allem weiße,
rosafarbene und rote Nuancen. Manche Blüten
sind mehrfarbig oder weisen sehr schöne
Farbverläufe auf. Ursprünglich stammen diese
Pflanzen aus China, wo sie schon seit rund 2.000
Jahren in Kultur sind. Dort sind durch intensive
Zucht unzählige Sorten entstanden. Immer mehr
dieser fernöstlichen Blütenschönheiten wachsen
auch in europäischen Gärten. Eine wichtige
Voraussetzung für ihr Gedeihen ist ein gut
wasserdurchlässiger Boden.
Die Strauch-
Pfingstrose galt einst als Blume der
chinesischen Kaiserin, doch diese schöne Pflanze
fiel viele Jahrhunderte später in Ungnade:
Als Blume der Aristokratie wurden sogar
Strauch-Pfingstrosen in manchen Regionen Chinas
Opfer von Maos Kulturrevolution. Inzwischen
werden dort aber wieder viele dieser edlen
Gehölze gepflanzt. Die Pfingstrose gilt vielen
als Nationalblume Chinas. Wegen ihrer
großen, prachtvollen Blüten stehen diese
Pflanzen dort als Sinnbild für Wohlstand und
Glück. Als Heimatstadt der Pfingstrosen wird oft
die Stadt Luoyang in der Provinz Henan genannt,
wo sie schon seit langem kultiviert werden. Dort
wird seit 1983 jedes Jahr ein Pfingstrosenfest
gefeiert – ein großes Volksfest und eines der
wichtigsten Blumenfestivals des Landes, das
inzwischen sogar als nationales immaterielles
Kulturerbe ausgezeichnet wurde.
Überraschender Blütenduft
Rhododendren und Azaleen sind den meisten
Menschen nicht als Duftpflanzen bekannt. Dabei
gibt es eine Azaleenart, die nicht nur mit
auffallenden Blüten beeindruckt, sondern auch
mit ihrem Duft: Rhododendron luteum, auch als
Pontische Azalee bezeichnet. Dieser Zierstrauch
hat schöne, leuchtend gelbe Blüten, die einen
starken, angenehmen Duft verströmen. Gegen Ende
der Gartensaison überrascht diese Azalee
nochmal, dann mit einer prachtvollen
Herbstfärbung.
So gibt es eine Fülle
interessanter Pflanzen, die Duft und Farbe in
die Gärten bringen. Nicht alle sind so bekannt
wie der Flieder und der Lavendel. Es lohnt sich
deshalb, am besten mit fachmännischer Beratung,
in unserer Baumschule auf Entdeckungsreise zu
gehen und so auch die eine oder andere wenig
bekannte Duftpflanze für den eigenen Garten zu
finden. |
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